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Mehrwertsteuer-Senkung: Das müssen Sie beachten

Stand: 02.07.2020

Die Bundesregierung hat ein großes Konjunkturpaket realisiert, das auch Sie als Dienstleister betrifft. Dieses enthält unter anderem die Senkung der Mehrwertsteuer zur Ankurbelung der Wirtschaft. Seit dem 1. Juli 2020 wird die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Der ermäßigte Steuersatz sinkt zudem von 7 auf 5 Prozent. Diese Maßnahme gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2020. Danach sollen wieder die alten Steuersätze gelten.

Was die konkrete Umsetzung der Mehrwertsteuer-Senkung angeht, waren bis zuletzt einige Fragen offen. Inzwischen ist bekannt, inwiefern der 1. Juli als Stichtag zu werten ist. Folgende Fragen können beantwortet werden:

Welcher Steuersatz gilt für Aufträge, die vor dem 1. Juli gestartet wurden, aber erst danach abgeschlossen werden?
Für Aufträge, die nach dem 1. Juli abgeschlossen werden, gilt der gesenkte Steuersatz (16 bzw. 5 Prozent). Entscheidend ist nämlich das Datum, an dem die Dienstleistung ausgeführt wird. Wird die Dienstleistung über einen längeren Zeitraum ausgeführt, gilt das Enddatum als entscheidend.

Welche Steuersätze gelten für bereits geleistete Anzahlungen?
Falls die Dienstleistung nach dem 1. Juli ausgeführt oder beendet wird, müssen Anzahlungen mit dem gesenkten Steuersatz (16 bzw. 5 Prozent) berechnet werden. Sollte also eine Anzahlung vor dem 1. Juli geleistet worden sein, muss die Rechnung angepasst werden. Der Kunde bekommt 3 bzw. 2 Prozent zurück.
Anders ist die Lage, wenn die Dienstleistung nach dem 31. Dezember ausgeführt oder beendet wird. Wenn in diesem Fall in den kommenden Monaten eine Anzahlung geleistet wird, gilt der normale Steuersatz (19 bzw. 7 Prozent).

Inwiefern betrifft die Steuersenkung Dauerleistungen oder Abonnements, die über den Zeitraum von sechs Monaten hinausgehen? (Fitness-Trainer oder Nachhilfelehrer mit langfristigen Verträgen)
Hier ist das Datum entscheidend, an dem der Vertrag endet. Haben Sie zum Beispiel einen Jahresvertrag, der zwischen 1. Juli und 31. Dezember 2020 endet, gilt der gesenkte Steuersatz (16 bzw. 5 Prozent). Werden allerdings Teilleistungen erbracht (sie werden zum Beispiel monatlich bezahlt und nicht durch einen Jahresbeitrag), gelten andere Regeln. Hier werden die Teilleistungen mit dem gesenkten Steuersatz besteuert, die zwischen 1. Juli und 31. Dezember liegen. Sofern Ihr Kunde Sie monatlich bezahlt, gilt für die kommenden Monate bis Jahresende der gesenkte Steuersatz (16 bzw. 5 Prozent).

Unsere Empfehlung: Beschäftigen Sie sich ausführlich damit, was die Mehrwertsteuer-Senkung für Sie bedeutet und klären Sie weitere Fragen am besten mit Ihrem Steuerberater. Damit vermeiden Sie, dass der organisatorische Aufwand plötzlich zum Problem wird. Folgende Punkte sollten Sie beachten:

  • Denken Sie daran, Ihre Rechnungen anzupassen. Für den Zeitraum der Senkung müssen Sie diese mit dem reduzierten Steuersatz ausweisen.
  • Überlegen Sie, bei welchen Kunden und Aufträgen Sie nachträglich das Angebot oder den Vertrag anpassen müssen. Haben Sie sich zum Beispiel mit dem Kunden auf einen Nettopreis verständigt, reduziert sich der Bruttopreis, den Sie in Rechnung stellen werden. Haben Sie sich hingegen auf einen Bruttopreis geeinigt, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Kunde auf eine Reduktion in Höhe der Mehrwertsteuer-Senkung besteht.
  • Besitzen Sie langlaufende Verträge, Dauerleistungen oder schließen ab dem 1. Juli neue ab? Klären Sie am besten im Vorfeld, wie Sie diese korrekt abbilden, um nachträgliche Anpassungen oder Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden.

Ferner können Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums konkret zu diesem Thema informieren. Hier lesen sie die Antworten auf jegliche Fragen rund um die Senkung der Mehrwertsteuer.

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